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15.04.2019

Was bei Osterfeuer zu beachten ist

Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim gibt Tipps für das Abbrennen der Osterfeuer

Mit einem Osterfeuer wird vielerorts das Frühjahr begrüßt. Dazu werden hochaufgeschichtete Holzhaufen  angezündet, um den Winter zu verteiben. Das geschichtete Material ist jedoch ein bevorzugter Lebensraum für viele Tiere und bieten in der kalten Jahreszeit einen sicheren Unterschlupf. Kleine Säugetiere, Amphibien, Käfer, Kleinvögel und Igel bauen dort ihre Nester und Quartiere. Dieses Jahr fällt Ostern besonders spät. Die Nist-, Brut- und Setzzeit – eine besonders empfindliche Phase im Naturkreislauf – hat Mitte April bereits begonnen.
Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es grundsätzlich verboten, wildlebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Auch die Lebensstätten wildlebender Tiere dürfen nicht ohne vernünftigen Grund beeinträchtigt oder zerstört werden.
Aufgrund der anstehenden traditionellen Osterfeuer am Osterwochenende gibt die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim deshalb wichtige Naturschutz-Tipps, damit das Brauchtumsfeuer nicht zur tödlichen Falle für Tiere wird.

  • Die Feuerstelle sollte erst frühestens fünf Tage vor dem Anzünden aufgeschichtet werden, damit Tiere diese nicht als Unterschlupf, Brut- oder Nistplatz nutzen können. Die pflanzlichen Abfälle sind vor dem Verbrennen zu verlagern oder umzuschichten, sobald fünf Tage seit ihrem Anfall vergangen sind. So können Sie sichergehen, dass die Tiere flüchten können und nicht in die Gefahr kommen, verbrannt zu werden.
  • Haben sich in den frühzeitig aufgeschichteten Holzhaufen bereits Wildtiere eingenistet, ist ein Umschichten oder Abbrennen aus artenschutzrechtlichen Gründen nicht mehr zulässig und stellt eine Ordnungswidrigkeit oder bei Betroffenheit bestimmter Arten sogar eine Straftat dar.
  • Feuerstellen dürfen nicht in gesetzlich geschützten Biotopen (z.B. Moore, Sölle, naturnahe Bachabschnitte und Röhrichtbestände) und in Naturschutzgebieten entzündet werden. Abstände zu Gehölzen sind so zu wählen, dass Beeinträchtigungen/Beschädigungen dieser ausgeschlossen werden.

Andere gesetzliche Belange, wie beispielsweise die Pflanzenabfalllandesverordnung M-V oder die einschlägigen Brandschutzbestimmungen, und die notwendigen Genehmigungen sind bei den jeweilig zuständigen Behörden abzuklären.